Rückstausicherung
Die Misch- und Regenwasserkanäle sind aus wirtschaftlichen und technischen Gründen generell nur für durchschnittliche Regenereignisse ausgelegt.
Bei Starkregen kann die Kanalisation die großen Wassermengen nicht unbegrenzt aufnehmen und ableiten. Ist die Kapazität erschöpft, kommt es zum Rückstau im Kanal und in den Hausanschlussleitungen. Um dies zu verhindern empfehlen wir Ihnen die Installation einer Rückstausicherung.
Schäden durch fehlende Sicherungseinrichtungen werden in der Regel vom Anschlussnehmer übernommen.
Sie können die LWG oder ein Tiefbauunternehmen mit der Ausführung dieser Arbeiten beauftragen.
FAQ: Schutz vor Rückstau aus der Kanalisation
1. Warum ist ein Rückstau überhaupt möglich?
Unsere Misch- und Regenwasserkanäle sind aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nur für durchschnittliche Regenereignisse ausgelegt. Bei Starkregen (z. B. Wolkenbruch) können sie schnell überlastet sein.
Auch Schmutzwasserkanäle sind nicht vor Rückstau geschützt – etwa durch Verstopfungen, unplanmäßige Einleitungen oder technische Störungen wie Pumpwerksausfälle.
2. Was ist die Rückstauebene und wo liegt sie?
Die Rückstauebene ist die Höhe, bis zu der Abwasser im Kanal ansteigen kann.
- Bei Gefälleleitungen entspricht sie der Straßenoberkante an der Anschlussstelle.
- Bei Sonderentwässerungen (Druck- oder Vakuumsystem) gilt die Oberkante des Schachtes der Sammelanlage auf dem Grundstück.
Diese Regelung gilt für alle Entsorgungsgebiete der LWG.
3. Welche Gebäudeteile sind besonders gefährdet?
Alle Räume und Entwässerungsgegenstände unterhalb der Rückstauebene sind rückstaugefährdet – zum Beispiel:
- Bodenabläufe
- Waschbecken
- Toiletten
- Waschmaschinen im Keller
4. Wer ist für den Rückstauschutz verantwortlich?
Die Rückstaueinrichtung ist Bestandteil der privaten Abwasseranlage. Daher muss der Grundstückseigentümer selbst für deren Einbau, Wartung und Betreibung sorgen.
Schäden durch fehlende Sicherungseinrichtungen werden von den Kommunen und den Verbänden nicht übernommen – oft auch nicht von Versicherungen.
5. Wie kann ich mich gegen Rückstau schützen?
- Rückstauverschlüsse einbauen: Für alle Abläufe unterhalb der Rückstauebene.
- Hebeanlage installieren: Besonders für fäkalienhaltiges Abwasser ist eine Hebeanlage nach DIN EN 12056 die sicherste Lösung.
- Regelmäßige Wartung: Rückstauverschlüsse und Hebeanlagen müssen regelmäßig geprüft werden.
- Fehleinleitungen vermeiden: Regenwasser darf nicht in den Schmutzwasserkanal gelangen.
- Fachbetrieb beauftragen: Installation und Wartung gehören in die Hände eines Sanitärfachbetriebs.
6. Was ist der Unterschied zwischen fäkalienhaltigem und fäkalienfreiem Abwasser?
- Fäkalienhaltiges Abwasser: Aus Toiletten und Urinalen. Hier sind spezielle Sicherungen oder Hebeanlagen erforderlich.
- Fäkalienfreies Abwasser: Aus Duschen, Waschmaschinen oder Küchen. Hier können einfachere Rückstauverschlüsse eingesetzt werden.
7. Wann ist eine Hebeanlage sinnvoll?
Wenn Räume unterhalb der Rückstauebene eine Toilette oder Dusche haben, ist eine Hebeanlage die sicherste Lösung. Sie pumpt das Abwasser über die Rückstauebene und verhindert so zuverlässig einen Rückstau.
8. Übernimmt die Versicherung Schäden durch Rückstau?
In der Regel nicht – insbesondere dann, wenn keine geeignete Sicherung eingebaut wurde. Prüfen Sie Ihre Versicherungsbedingungen und sorgen Sie für eine fachgerechte Rückstausicherung.